Georgskirche

Die St. Georgskirche in Mittelrot ist das älteste Baudenkmal nach dem Röterturm und zugleich ein besonderes Kleinod der Gemeinde. In zahlreichen Kunstführern wird sie erwähnt. Eine Urkunde über ihre Entstehung existiert nicht. Sie dürfte um das Jahr 1200 im Zusammenhang mit der Burg Rötenberg als Ritterschaftskirche gebaut worden sein. Die Mutterkirche war in Fichtenberg.

Ursprünglich war die Mittelroter Kirche bedeutend kleiner. Sie wurde vom Westen her, also der Giebelseite, betreten und reichte nur bis zur heutigen südlichen Eingangstür. Ihre jetzige Form erhielt die Kirche beim Umbau im Jahr 1480.

Besonders erwähnt wird von Kunsthistorikern immer wieder der im Jahr 1499 entstandene Altar aus dem Umfeld der Schule des Ulmer Malers Bartholomäus Zeitblom. Der geöffnete Altar stellt den Kindermord von Bethlehem dar. Der linke Flügel zeigt Herodes mit Soldaten und einer Mutter. Auf dem anderen Flügel wird ein Kind getötet. Bei geschlossenem Altar ist die Verkündigung Marias zu sehen. die Predella zeigt Christus mit den vier Evangelisten. 

Von besonderer Schönheit sind die Figuren im Altarschrein. Rechts der Märtyrer Stephanus, links der heilige Georg und in der Mitte die Mutter Maria mit dem Christuskind. Als Altaraufsatz sieht man nochmals den heiligen Georg als Drachtöter. Im Jahr 1935 wurde die Figur des heiligen Georgs gestohlen. Seit 1964 besitzt die Kirche eine Kopie.

Sehr alt und recht wertvoll sind die beiden Kirchenglocken. Sie stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Aus der Zeit des Umbaus im Jahr 1480 stammen die ältesten Kirchenbänke rechts vom Eingang. Deutlich sind an den Einstiegen die großen Spuren der Beile und Äxte zu sehen. Setzt man sich auf die Bänke, ist ein unangenehmer Druck der Rückenlehne im Rücken zu spüren. Man vermutet, das es sich hier um Kniebänke handelt, die in die falsche Richtung eingebaut wurden, zumal in knieender Haltung die vorhandenen Abmessungen passend sind.

Mesnerin: Elfriede Wied, Telefon 91 09 96