Kilianskirche

Beurkundet ist der Bau einer Fichtenberger Kirche im Jahr 1519. Es war ein kleines Kirchlein, umgeben vom Kirchhof. Drum herum verlief ein starkes Mauerwerk, das heute noch teilweise zu sehen ist. 

1743 wurde diese Kirche erneuert. Dabei erhielt sie eine Empore und eine Orgel. Die Gedenktafel, die darüber berichtet, ist heute noch erhalten. Hier wurde bis 1830 der Gottesdienst abgehalten. Aber inzwischen war die Kirche so baufällig geworden, dass sie polizeilich gesperrt werden musste. Der Bau einer neuen Kirche war also dringend notwendig geworden.

Am 4. April 1832 wurde mit dem Bau der heutigen Kirche, die in der Nähe des alten Kirchleins gebaut wurde, begonnen und im gleichen Jahr eingeweiht.

Im Jahre 1908 wurde die Spitze des Kirchturmes um 3,5 Meter erhöht und statt eines Blechdaches ein Ziegeldach angebracht.

1955 war die Zeit für eine gründliche Innenrenovierung der Kirche gekommen. Die Emporen wurden abgebaut und nur noch auf einer Seite errichtet, die Kanzel erhielt einen neuen Platz, modernes Gestühl wurde eingebaut, die Decke und die Wände erhielten ein anderes Aussehen. Auf der Altarseite wurde ein großes Holzkreuz angebracht.

1972 wurde das Kirchenschiff neu gedeckt und gleichzeitig erhielt die Kirchturmspitze einen Kupfermantel.

Im Jahr 2002 wurde der gesamte Innenraum renoviert und die Fenster der Kirche erneuert. Es wurde eine neue Umluftheizung eingebaut und das Kirchendach isoliert, um Heizkosten und -damit verbunden - natürliche Ressourcen einzusparen. Die Künstlerin Frau Angelika Weingardt wurde mit der Gestaltung der Wände des Innenraumes im vorderen Bereich der Kirche und der Neugestaltung der Fenster beauftragt. Frau Weingardt wollte die Schlichtheit der Kirche erhalten und eine Einheit des gesamten Raumes schaffen. Durch die Form -und Farbgebung sollte eine Atmosphäre der Lebendigkeit entstehen, die die Gottesdienstfeier unterstützt und auch außerhalb des Gottesdienstes Ruhe, Konzentration und Gebet fördert. Im vorderen Bereich der Kirche gestaltete sie die Altarwand hinter dem großen Holzkreuz und den Bereich um die Fenster an der Kanzelseite und dem Taufstein neu. Die grüne Fläche auf der Altarwand wurde so gestaltet, dass ein räumlicher Eindruck entsteht. Die Altarwand „öffnet" sich so hinter dem Kreuz und führt weiter in die Tiefe. Am Rande erhielt sie eine graphitfarbene Zeichnung, die das Abendmahl darstellt. Die Farbfläche um das Fenster hinter dem Taufstein gestaltete sie in leichten Rottönen. Auf der Kanzelseite erhielt das Fenster eine gelbe Farbfläche. An verschiedenen Stellen wurden die großen Farbflächen durch figürliche Zeichnungen kommentiert. Es sind Bildzitate aus dem spätgotischen Altarbild der Mittelroter Kirche. In den Fenstern sind die Farben der großen Wandflächen, Texte aus der Bibel und figürliche Zeichnungen enthalten. Manche Motive schuf sie in Glasritztechnik. 

Mesnerin: Maike Kober, Tel.: 07971 976836