Am 17. März 2013 wurde Pfarrer Uwe Altenmüller in einem feierlichen Gottesdienst in sein Amt als neuer Dekan des evangelischen Kirchenbezirks eingesetzt. Anschließend fand ein Stehempfang im Gaildorfer Gemeindehaus statt.

Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst in der Gaildorfer Stadtkirche von der Bläsergruppe „Limpurg Brass“ unter Leitung von Christa Brenner. Bezirkskantor Manfred Probst dirigierte die Kantorei und wechselte sich mit Christa Brenner an der Orgelbank ab. Die Liturgie wurde von Schuldekan Kurt Schatz, Pfarrerinnen und Pfarren aus dem Kirchenbezirk sowie Vertreterinnen und Vertretern von Diakonie, Jugendwerk und Kirchenmusik gestaltet.

 

Rainer Zube hieß als Stellvertreter des Dekans Uwe Altenmüller willkommen im „Filetstückchen der Landeskirche“ und in der kleinen, aber feinen Stadt am Kocher. Er versicherte Altenmüller, dass dieser in einem Kirchenbezirk angekommen sei, in dem man sich gegenseitig mag.

 

Prälat Harald Stumpf, der dem Sprengel Hohenlohe-Franken vorsteht, hob in seiner Ansprache hervor, dass die Kirche und der Pfarrdienst vom Aufsehen auf Jesus Christus leben. Die vielen Menschen, die sich in der Kirche engagieren, seien ein großer Schatz.

 

Pfarrerin Dr. Henrike Frey-Anthes überreichte Uwe Altenmüller in ihrem Zeugenwort einen Dekantierer und wünschte ihm, dass er sein neues Amt gut ausfüllen kann und dass das Amt ihm Raum zum Atmen gibt.

 

Gerhard Foßeler, der zusammen mit Uwe Altenmüller jahrelang an der Spitze der Diakoniestation Mittleres Murrtal stand, berichtete: „Wenn irgendwas verdreht war, hat Pfarrer Altenmüller kurz nachgedacht und dann eine Idee gehabt, wie man es wieder zurechtbringt“. Als Symbol dafür überreichte er einen Zauberwürfel mit den Bildern der Diakoniestation-Mitarbeiter. Dekan

 

Wilfried Braun aus Backnang, dessen Stellvertreter Altenmüller war, versicherte den evangelischen Christen im Limpurger Land: „Sie bekommen einen Dekan, der strukturiert arbeitet, der gut zuhören kann, dem die Menschen am Herzen liegen und der das Herz am rechten Fleck hat.“ In Anspielung auf ein Hobby, das er mit Altenmüller teilt, schenkte er seinem neuen Kollegen ein großes Schachspiel und meinte:  „Als Dekan ist man nicht König, sondern eher Läufer oder Springer.“ Wichtig sei es aber, Gott als „Zufluchtsturm“ nicht aus dem Blick zu verlieren.


In seiner Antrittspredigt betonte Altenmüller: „Der Glaube holt uns nicht aus dem Leben heraus.“ Spiritualität und Leben müssten miteinander verbunden sein. Kirche sei kein Selbstzweck, sondern habe für die Menschen da zu sein. Deshalb plädiert Altenmüller für eine diakonische Kirche.


Beim Stehempfang im berstend vollen Gemeindehaus nutzten viele Menschen die Möglichkeit, dem neuen Dekan gute Wünsche zu überbringen. Auch die Bürgermeister Roland Miola aus Fichtenberg und Rosalinde Kottmann aus Gschwend sowie Gaildorfs erster Beigeordneter Frank Zimmermannn ließen es sich nicht nehmen, den neuen Dekan persönlich willkommen zu heißen.

 

Eberhard Schneider, Vorsitzender der Bezirkssynode, wünschte dem neuen Dekan, dass er sich von den vielen Erwartungen nicht erdrücken lasse. Vielmehr solle er hinter den Erwartungen das große Vertrauen sehen, das ihm entgegengebracht werde. So betrachtet würden die Erwartungen nicht erdrücken, sondern beflügeln.

 

Als Vorsitzende des Gaildorfer Kirchengemeinderats begrüßte Iris Simon-Höfer insbesondere die Familie den neuen Dekans.

 

Schuldekan Kurt Schatz richtete in seinem Grußwort den Dank an all jene, die in der dekanslosen Zeit die Hauptarbeit der Vertretung verrichtet haben und hob insbesondere Rainer Zube, Frau Simon-Höfer, Eberhard Schneider und Ingrid Balko als Dekanatssekretärin hervor.

 

Im Namen der Hohenloher Dekane meinte Dekan Joachim Stier aus Öhringen schmunzelnd: „Es heißt, das Amt des Dekans sei das schwerste Amt, und Gott habe es geschaffen, um Menschen zu bestrafen“. Das stimme aber nicht ganz. Stier legte seinem neuen Amtsbruder mehre Dinge an Herz: Verwaltung sei zwar notwendig, aber es komme auf den Inhalt an. Altenmüller solle auch an sich selbst denken. Und als Dekan brauche man auch andere Bezugsebenen als nur die Kirche.

 

Pfarrer Tomy Thomas von der katholischen Seelsorgeeinheit betonte seine Bereitschaft, zusammen mit Pfarrer Altenmüller Flagge für die Ökumene zu zeigen. Ökumene sei keine Randaufgabe, die man nur betreibe, wenn man zu viel Zeit habe, sondern ein zentrales Anliegen.

 

Im Namen der Griechisch-orthodoxen Kirche hieß Chatzidimitriou Sokratis den neuen Dekan willkommen und nutzte die Gelegenheit, um sich für die 25-jährige gute Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Gaildorf zu bedanken.

 

Auch der Ausbildungspfarrer von Uwe Altenmüller meldete sich zu Wort und blickte zurück auf eine gute Zusammenarbeit.

 

René Wahl, erster Vorsitzender des Jugendwerks, versicherte, dass man sich im Jugendwerk auf den neuen Dekan als Ansprechpartner, Freund und Korrektiv freue, obwohl man auf Selbstständigkeit wert lege.

 

Den Schlusspunkt setzte Frank Zimmermann als erster Beigeordneter der Stadt Gaildorf. Er sprach auch für die Bürgermeister des Limpurger Landes. Nachdem die Landeskirche in der Vergangenheit mehrfach versucht hat, ein kreisscharfes Großdekanat zu bilden, interpretierte Zimmermann die Neubesetzung der Dekansstelle als Bekenntnis zum langfristigen Fortbestand des Kirchenbezirks. Angesichts der derzeitigen Abwanderung von Menschen aus dem ländlichen Raum hin zum Ballungsraum begrüßte er die Entscheidung Altenmüllers für Gaildorf. Er wünschte sich eine enge Zusammenarbeit von Kirchen und Kommunen, um den ländlichen Raum wieder attraktiver zu machen.

 

Am Ende des langen Grußreigens zeigte sich Dekan Uwe Altenmüller sichtlich überwältigt und gerührt über die vielen guten Wünsche und positiven Erwartungen gegenüber seiner Person.