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Kirche tut was!

Herbstsynode des Kirchenbezirks in Gaildorf

Auf ihrer Herbstsynode in Gaildorf befassten sich die Delegierten der 18 evangelischen Bezirksgemeinden schwerpunktmäßig mit der Flüchtlingssituation. Dabei wurde deutlich, dass die evangelische Kirche eine Menge in dieser Angelegenheit tut.

Prädikanten: eingesetzt, wiederbeauftragt, verabschiedet

Prädikanten

Von links nach rechts: Dekan Uwe Altenmüller, Bernd Hessenthaler, Eberhard Schneider, Michael Graf, Jürgen Mußmächer, Barbara Baur, Herbert Zeh, Heinz Feuchter, Friedemann Hägele und Bezirksprädikantenpfarrer Andreas Balko

Von links nach rechts: Dekan Uwe Altenmüller, Bernd Hessenthaler, Eberhard Schneider, Michael Graf, Jürgen Mußmächer, Barbara Baur, Herbert Zeh, Heinz Feuchter, Friedemann Hägele und Bezirksprädikantenpfarrer Andreas Balko

Die Delegierten der evangelischen Gemeinden im Kirchenbezirk Gaildorf versammelten sich zum Auftakt der Herbstsynode in der Stadtkirche Gaildorf. Im Rahmen des Gottesdienstes wurde Bernd Hessenthaler von Bezirksprädikantenpfarrer Andreas Balko als ehrenamtlichen Prediger eingesetzt. Da nach sechs Jahren eine erneute Wiederbeauftragung für die Prädikanten nötig ist, sprach er diese für Heinz Feuchter, Michael Graf, Jürgen Mußmächer, Eberhard Schneider und Herbert Zeh aus. Dekan Uwe Altenmüller verabschiedete zwei Prädikanten aus dem aktiven Dienst. Friedemann Hägele aus Laufen hatte den Prädikantendienst 50 Jahre ausgeübt (wir berichteten im Sommer ausführlich über sein Jubiläum) und Barbara Baur war 25 lang als Prädikantin tätig. Der Dekan bedankte sich bei beiden für die geleistete Arbeit und überreichte ihnen als Zeichen der Dankbarkeit ein Geschenk.


Kirche engagiert sich für Flüchtlinge

Synodale

Eingehend informierten sich die Synodalen in der Synodal-Sitzung über die kirchlichen Angebote auf den Ebenen Kirchenbezirk, Landkreis und Landeskirche informiert.

Gabi Enders, Bezirksbeauftragte für „Asyl und Migration“, schilderte, wie der „Freundeskreis Asyl Gaildorf“ Menschen unterstützt, die Asyl suchen. Ca. 300 Flüchtlinge sind derzeit in Ottendorf und Gaildorf in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Die Angebote des Freundeskreises für sie reichen von einer Kleiderkammer über Deutschunterricht, Begleitung bei Arzt- und Behördengängen bis zu einer Literaturgruppe. „Es läuft gut“, freute sich Gabi Enders. „Wir sind stolz, dass wir das so hinkriegen!“ Möglich ist dieses breite Hilfsangebot nur durch eine Vielzahl von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Gabi Enders machte jedoch klar, dass angesichts der Vielzahl von Aufgaben weitere Ehrenamtliche höchst willkommen sind. „Jeder kann sich mit seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten einbringen“, meinte sie. Viel Unterstützung habe der Freundeskreis, der zur Kirchengemeinde Gaildorf gehört, durch diese und durch den Kirchenbezirk erfahren. 

Gaby Hopfinger vom hiesigen Diakonieverband berichtete, dass derzeit ca. 1.500 asylsuchende Menschen im Landkreis untergebracht sind. Davon sind 535 Jugendliche und 50 sogenannte „unbegleitete Jugendliche“ - also Minderjährige ohne Eltern. Die stellvertretende Geschäftsführerin stellte klar, dass die Angebote der Beratungsstellen wie etwa Lebensberatung und Schwangerschaftsberatung sowie die Tafelläden auch für Flüchtlinge offenstehen. Darüber hinaus gibt es spezielle Angebote für Flüchtlinge wie das Projekt „Tiefer Brunnen“. Hierbei werden traumatisierte Menschen im Alltag begleitet. Außerdem bietet das Projekt eine pferdeunterstützte Traumatherapie sowie eine jährliche Kinderfreizeit an. Der Diakonieverband bemüht sich zudem, ein Netzwerk zwischen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Strukturen im Landkreis aufzubauen.

Schwester Margarete Mühlbauer, die Mitglied der Landessynode ist, rief in Erinnerung, dass die Landeskirche für 2014 zusätzlich 1,4 Millionen Euro für die Flüchtlingsarbeit zur Verfügung gestellt hat. Für 2015 ist die Hilfe um weitere 2,15 Millionen Euro aufgestockt worden. Der Betrag wird je zur Hälfte für die Arbeit in Württemberg und für Hilfen in den Herkunftsregionen zur Verfügung gestellt. „Ein wesentliches Ziel ist es, dazu beizutragen, dass die Ursachen für die Flucht in den Herkunftsländern gemildert wirden“, so Mühlbauer. Hierzulande werden die Gelder auch zur Unterstützung der vielen ehrenamtlichen Helfer und Initiativen eingesetzt. „Etwa 1700 Flüchtlinge sind derzeit in Immobilien von Kirche und diakonischen Einrichtungen untergebracht“, wusste die Stellvertretende Oberin vom Diak zu berichten. Mindestens 160 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden von der Diakonie betreut. In Stuttgart und Reutlingen gibt es Asylpfarrämter, und in den Prälaturen Heilbronn und Ulm sind zwei Flüchtlingsdiakone aktiv. Dreizehn regionale Koordinationsstellen sind zu je 50% für die Flüchtlingsarbeit bei den Bezirks- und Kreisdiakoniestellen eingerichtet. Zudem gibt es zwei mobile Beratungsdienste. „Insgesamt arbeiten in Kirche und Diakonie derzeit rund 50 Menschen hauptamtlich in der Flüchtlingsarbeit“, konnte Schwester Mühlbauer vermelden. Die Diakonie ist des Weiteren in der Landeserstaufnahmestelle Meßstetten tätig und bereit, in weiteren Erstaufnahmestellen aktiv zu werden. „In der Landeskirche gibt es mindestens 318 Ehrenamtskreise. Die Zahl der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer liegt deutlich über 10.000“, konnte die Landssynodale berichten. Schwester Mühlbauer stellte in Aussicht, dass die Hilfen sogar weiter aufgestockt werden. So sei es denkbar, Diakone in den Kirchenbezirken für die Flüchtlingsarbeit einzusetzen. Auch die Landessynodale Andrea Bleher versprach weitere Hilfen: „Es wird ein drittes Paket geben und vielleicht auch ein viertes und fünftes Paket.“ Möglich sei dies durch steigende Kirchensteuereinnahmen trotz abnehmender Mitgliederzahlen. Sie versicherte, dass trotz all der finanziellen Unterstützungen für Asylsuchende die Hilfe für einheimische Arme und Schwache nicht gekürzt werde. Die Sorgen und Ängste der Menschen gelte es ernst zu nehmen und sich gleichzeitig von fremdenfeindlichen Tendenzen ganz klar abzugrenzen.

„Die Kirche tut was“, zog Andrea Bleher als Resümee der Ausführungen. Die Herbstsynode bekräftigte dies, indem sie 10.000 Euro für die Flüchtlingsarbeit im Bezirk zur Verfügung stellte. Da blieb sogar Gabi Enders fast die Luft weg, und sie brachte nur noch ein „Ganz, ganz herzlichen Dank!“ hervor.


Berichte aus dem Kirchenbezirk

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