Frühjahrssynode des Kirchenbezirks in Gschwend

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Die Synodalen ihr Vorsitzender, Ralph Schröder

In Gschwend trafen sich die Delegierten der Gemeinden des evangelischen Kirchenbezirks Gaildorf zur Frühjahrssynode. Schwerpunktthemen waren der Arbeitsbereich „Kinder und Familien“ sowie die Asylarbeit.

Nach einem Gottesdienst in der Kirche, der von Dekan Uwe Altenmüller und Ortspfarrer Jochen Baumann gestaltet wurde, fand die Versammlung ihren Fortgang im evangelischen Gemeindehaus. Ralph Schröder, Vorsitzender der Synode, führte auf schwungvolle Art durch die Beratungen. Da Bürgermeisterin Rosalinde Kottman sich entschuldigt hatte, stellte Schröder selbst die bürgerliche Gemeinde Gschwend vor. Als neue Pfarrerin im Kirchenbezirk begrüßte er Simone Haas, die als Pfarrerin zur Dienstaushilfe (PDA) die Nachfolge von Sascha Michalak antritt, der jetzt die vakante Pfarrstelle in Münster vertritt. Simone Haas wird mit einem Teil ihres Dienstauftrags in der Gemeinde Gaildorf arbeiten und ansonsten viel für den Kirchenbezirk tätig sein. 

Einen breiten Raum in den Beratungen nahm die Frage ein, ob der Kirchenbezirk eine Projektstelle „Kinder und Familien in den Kirchengemeinden“ einrichten soll. Nach Einschätzung von Ralph Schröder und Dekan Altenmüller verlieren immer mehr junge Familien und deren Kinder den Bezug zur Kirche. Eine fünfzigprozentige Diakonenstelle könnte ihrer Meinung nach helfen, diesem Trend entgegen zu wirken, indem sie die Kirchengemeinden bei der Arbeit mit Kindern und Familien unterstützt. Ob die Delegierten auch zu dieser Auffassung gelangen, sollte eine ergebnisoffene Diskussion ergeben:

In einem sogenannten strukturierten Gespräch sollten die Versammelten in Einzel- und Gruppenarbeit Bausteine, Chancen und Probleme einer solchen Stelle erörtern. Beim Zusammentragen der Ergebnisse zeigte sich jedoch schnell: Die Erwartungen an eine solche Stelle sind dermaßen breit gefächert, dass sich daraus kaum eine sinnvolle Beschreibung für eine halbe Stelle erarbeiten lässt. Außerdem wies Jugendreferent Daniel Veit darauf hin, dass vieles von dem, was von solch einer Stelle erwartet wird, bereits vom Jugendwerk angeboten wird. Er sprach sich dafür aus, keine eigene Stelle zu gründen, sondern lieber das Jugendwerk zu stärken.

Mit überwiegender Mehrheit lehnten die Synodalen die Schaffung einer solchen Projektstelle ab. Der Kirchenbezirksausschuss wurde jedoch beauftragt, Gespräche mit dem Jugendwerk zu führen und nach Wegen zu suchen, die Arbeit mit Kindern und Familien weiter zu fördern.

Schwester Margarete Mühlbauer berichtete aus der Frühjahrstagung der Landessynode. Angesichts der katastrophalen Situation im Raum Idomeni habe die Landeskirche 200.000 € Soforthilfe für die Betreuung der Flüchtlinge in Griechenland bereitgestellt. In einer „Aktuellen Stunde“ habe sich das Kirchenparlament zudem mit Fremdenfeindlichkeit in Deutschland befasst. Die Landessynodalen waren sich einig, dass Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Rassismus nicht vereinbar seien mit dem christlichen Glauben. 

Dieter Krauß, Leiter der Kirchlichen Verwaltungsstelle, informierte die Delegierten über die finanziellen Grundlagen einer geplanten Projektstelle Asylarbeit. Die Landeskirche hatte im Herbst des letzten Jahres beschlossen, in jedem Kirchenbezirk eine 50%-Stelle für Flüchtlingsarbeit zu ermöglichen. Nach dem Verteilschlüssel der Landeskirche entfallen auf den Kirchenbezirk Gaildorf gut 47.000 €, die aber zunächst einmal an die Bezirksgemeinden ausgeschüttet werden. Der Kirchenbezirksausschuss empfahl der Bezirkssynode, die Bezirksumlage für das Jahr 2016 von 22,28 pro Gemeindeglied auf 24,55 € zu erhöhen, damit dem Diakonieverband die nötigen Gelder zur Einrichtung der Projektstelle zur Verfügung gestellt werden. Diese Gelder werden reichen, um zusammen mit dem Kirchenbezirk Schwäbisch Hall eine gemeinsame Stelle für anderthalb bis zwei Jahre zu sichern. Eine von der Landeskirche bereits ins Auge gefasste zweite Ausschüttung wird eine Verlängerung ermöglichen.

Gaby Hopfinger als stellvertretende Geschäftsführerin des hiesigen Diakonieverbands berichtete, dass neben der direkten Unterstützung der Flüchtlinge und Hilfe zu deren Integration die vielen ehrenamtlichen Helfer unterstützt und weiter geschult werden sollen. Wichtig sei es auch, einen kirchlichen Gegenpol gegen den Fremdenhass zu bilden.