Vom Teufelszeug zum Aushängeschild

Von links nach rechts: Heinz Brenner, Evka Hlavati und Rainer Zube, stellvertretender Dekan.

Die Sekretärin des evangelischen Bischofs in der Vojvodina, Evka Hlavati, besuchte jüngst die hiesige Region, um die Partnerschaft mit den drei evangelischen Kirchenbezirken Gaildorf, Blaufelden und Künzelsau zu festigen.

Seit dem Beginn der 90er Jahre bestehen Kontakte zwischen den drei hiesigen Dekanaten und der Slowakisch Evangelischen Kirche Augsburger Bekenntnisses im nördlichen Serbien. Die dortige evangelische Kirche existiert seit der Mitte des 18. Jahrhunderts und stellt eine Minderheit von 0,7 Prozent dar.

In Schwung gekommen ist die Partnerschaft 2005 durch einen Besuch von 17 Posaunenbläsern aus den drei Kirchenbezirken in der Vojvodina. Dabei hatten die Partnerschaftsboten einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, denn Blasinstrumente waren in Serbien jahrhundertelang typisch für Militär- und Tanzmusik. In Kirchenkreisen galten sie deshalb als Teufelszeug. Mit einer 1.300 Km langen Reise durch die 27 Gemeinden der Partnerkirche gelang es den musikalischen Botschaftern, die Hörerschaft für die christliche Blasmusik zu begeistern. Mit der Hymne der slovakischen Protestanten „Ein feste Burg ist unser Gott“ brach das Eis. Nach Bläserworkshops durch die Württemberger gründete sich in der Vojvodina sogar ein eigener Posaunenchor. Die dortigen Blechbläser leisteten im letzten Jahr in ihren Gemeinden und in der Slowakei 70 Auftritte. „So ist aus dem Teufelszeug ein Aushängeschild der kleinen protestantischen Kirche geworden!“, freut sich Heinz Brenner. Er kann mit Fug und Recht als Triebfeder der Bläserpartnerschaft auf deutscher Seite bezeichnet werden - zusammen mit seiner Frau Christa, die Bezirksposaunenwartin in Gaildorf ist, und Ulrich Hirsch, dem Geschäftsführer des Gustav-Adolf-Werkes (GAW). Das Hilfswerk GAW unterstützt weltweit evangelische Minderheitskirchen.

Die Posaunenchöre bilden bis heute die Nabelschnur zwischen den Partnerkirchen. Zwar haben bislang auch Besuche und Gegenbesuche der Pfarrerschaft und anderer Gruppen stattgefunden, doch soll die Partnerschaft künftig auf eine breitere Basis gestellt werden. Deshalb gab es beim jüngsten Besuch von Evka Hlavati auch Gespräche mit Vertreterinnen der Frauenarbeit. Treffen mit der Bischofssekretärin im GAW, in den Kirchenbezirken Gaildorf, Blaufelden und Künzelsau sowie auf politischer Ebene stärken ebenfalls die Beziehungen und ließen weitere Begegnungsmöglichkeiten für die Zukunft erkennen.

Von Seiten der protestantischen Kirche in Nordserbien ist Evka Hlavati eine engagierte und ideale Botschafterin der Partnerschaft. Sie stammt ursprünglich aus Balingen und spricht perfekt Deutsch.