Feierlicher Ordinationsgottesdienst in Gaildorf

Die neuen Pfarrerinnen und Pfarrer während des Gottesdienstes

Nach Abschluss der praktischen Ausbildung in der Gemeinde wurden vier Vikarinnen und Vikare am letzten Sonntag in der Gaildorfer Stadtkirche im Rahmen eines Gottesdienstes zum Pfarrdienst beauftragt.

Zweieinhalb Jahre lang waren Thomas Burkard, Miriam Haar, Tobias Hermann und Nicole Kaisner im evangelischen Kirchenbezirk Gaildorf und übten hier in den Gemeinden Michelbach, Oberrot, Gschwend und Eutendorf grundlegende pfarramtliche Aufgaben ein wie Predigt, Taufe und Abendmahl, Bestattung und Hochzeit sowie Seelsorge, Konfirmandenunterricht und Schulunterricht. Daneben nahmen sie regelmäßig an Kursen im Pfarrseminar und im Pädagogisch-Theologischen Zentrum in Stuttgart-Birkach teil. Im Lauf dieses sogenannten Vorbereitungsdienstes absolvierten sie die Lehrprobe und die Prüfungspredigt und legten im letzten Jahr ihre zweite theologische Dienstprüfung ab. Nach einer Phase intensiver Gemeindearbeit ist nun ihre Vikariatszeit zu Ende gegangen. 

In der Gaildorfer Stadtkirche wurden sie letzten Sonntag feierlich ordiniert. Mit ihrer Ordination wurden sie öffentlich in den Pfarrdienst berufen und dazu beauftragt, innerhalb der christlichen Gemeinde pfarramtliche Aufgaben zu übernehmen. Dabei legten die Theologinnen und Theologen auch das sogenannte Ordinationsversprechen ab und wurden für ihren Dienst gesegnet. Jeder Ordinierte hatte zudem zwei Ordinationszeugen, die an der Segnung mitwirkten.

Der Gottesdienst wurde von Dekan Uwe Altenmüller, Schuldekan Kurt Schatz, Ralph Schröder als dem Vorsitzenden der Bezirkssynode sowie den Ausbildungspfarrern gestaltet. In seiner Predigt betonte Dekan Altenmüller: „Was für ein Fest für unsere Kirche! Wir brauchen Sie!“ Der Beruf als Pfarrerin und Pfarrer eröffne einen großen Freiraum, meinte Prediger Altenmüller. Das sei mit vielen Chancen verbunden, berge aber auch die Gefahr, dass man sich erschöpfe. Hier sei Selbststeuerung gefragt. Er wünschte den neuen Pfarrerinnen und Pfarrern Gottes Hilfe, um ihre eigenen Grenzen einzuschätzen sowie Mut für die Verkündigung der christlichen Botschaft. Ein zentraler Auftrag sei es, gerade auch angesichts neu errichteter Zäune in Europa den Menschen zu verkünden, “dass Gott unsere Füße auf weiten Raum stellt". Musikalisch umrahmt wurde die Feier auf schwungvolle Weise von der Bläsergruppe Limpurg Brass unter Leitung von Christa Brenner sowie Bezirkskantor Manfred Probst an der Orgel. 

Im Anschluss an den Gottesdienst fand im Gemeindehaus ein Ständerling statt. Die Ausbildungsgemeinden hatten dazu einen rechhaltigen Imbiss bereitgestellt. So konnten sich die zahlreich erschienenen Gemeindeglieder von ihren ehemaligen Vikarinnen und Vikaren persönlich verabschieden und ihnen gute Wünsche für ihren weiteren Lebensweg übermitteln.

Selbst auf eine Stelle bewerben können sich die neugebackenen Pfarrerinnen und Pfarrer noch nicht. Dies ist erst nach Abschluss des dreijährigen Pfarrdienstverhältnisses auf Probe möglich. Vorerst werden sie zunächst einmal von der Kirchenleitung verschickt. Thomas Burkard wird als Pfarrer zur Dienstaushilfe in der Kirchengemeinde Unterreichenbach im Kirchenbezirk Calw tätig sein. Ebenfalls in den Schwarzwald führt der Weg von Tobias Hermann. Er wird in Altburg mit 50% Pfarrdienst beauftragt und die restlichen 50% als Altenheimseelsorger ausüben. In eine ganz andere Ecke der Landekirche wird Nicole Kaisner gesendet. Sie wird in Oberschwaben, genauer in Biberach, eine Pfarrerin in deren Elternzeit vertreten. Miriam Haar schließlich hat im Auftrag der Landeskirche für die nächsten ein bis zwei Jahre eine Stelle beim Lutherischen Weltbund in Genf als „Theologische Assistentin“ in der Abteilung „Theologie und öffentliches Zeugnis“ inne.