Geschichte und Moderne vereint

Mitten im idyllischen Fischachtal liegt der kleine Ort Mittelfischach. Schon von weitem sieht man den urtümlich wirkenden alten Kirchturm. Umso mehr ist man erstaunt, wenn man näher kommt und auf ein Kirchenschiff aus Beton und großer Glaswand trifft. In dem Gotteshaus begegnen sich Geschichte und Moderne.

Die Pfarrkirche ist dem Täufer Johannes geweiht und ursprünglich romanisch erbaut. Das Langhaus war 1595 erneuert worden. 1960 rückte der Bagger an. Das Kirchenschiff wurde abgebrochen und in Sichtbeton neu gebaut. Es bot nun wesentlich mehr Raum als der alte Langbau. Die Südseite der Kirche wurde vollständig verglast. Das reichlich einfallende Licht macht das Innere der Kirche relativ hell, selbst an bewölkten Tagen.

Nur der Turm ist nach dem Umbau noch stehen geblieben und ragt heute rechts vom Altar leicht schräg in den Innenraum hinein. Der ehemalige gotische Chor im Erdgeschoss des Turms dient heute als Taufkapelle. Hier und an der Altarwand hängen Teile alter Fresken-malereien. Beim Abriss des Kirchenschiffes 1960 hatte man sie entdeckt. Es handelt sich dabei um Reste eines Passionszyklusses aus dem 15. Jahrhundert. Die Bilder zeigen die Abendmahlsszene und den Kuss des Judas. Wer die alten Bilder auf sich wirken lässt, sieht wie durch ein Fenster der Geschichte hindurch und kann eine Ahnung davon empfinden, wie die Kirche früher gewirkt haben mag.

Auf der 1960 neu erbauten Betonempore an der Westseite des Kirchenschiffes steht die Orgel aus dem Jahr 1907. Wohl aus denkmalpflegerischen Erwägungen wurde sie beim Neubau des Kirchenraumes 1960 weitgehend unverändert übernommen. Sie stellt optisch einen der wenigen Bezüge zum früheren Kirchenraum dar. Das Instrument fällt heute unter die Bestimmungen der Denkmalpflegeordnung und darf ohne Genehmigung der Denkmalbehörden in seinen Grundzügen nicht verändert oder entfernt werden. 1907 war diese Orgel durch die Gebrüder Link aus Giengen/Brenz erbaut worden. Der Pfeifenprospekt zeigt leichte Anklänge an den Jugendstil.