Kirche

 

Im Jahre 1985 feierte die Pfarrei Oberfischach ihr 700jähriges Jubiläum.

 

Als 1294 der Patronatsname der Mutterkirche Oberfischach, St. Kilian, genannt wird, bestand die heutige Kirche, besser gesagt, der untere Teil von Turm und Schiff, schon längere Zeit. Die Oberamtsbeschreibung Gaildorf von 1852 spricht davon, dass die Kirche eine Wallfahrtskirche gewesen sein soll und das Pfarrhaus ein Klösterlein. Am Kirchturm befinden sich unregelmässig verteilt neun mystische oder gnostische Figuren eingemauert, die von einer Vorgängerkirche herrühren könnten.

 

Stammen diese Figuren von der sagenhaften Wallfahrtskirche? Waren sie dort der Fries einer Eingangstüre? Heute steht vor uns eine schöne einfache fränkische Dorfkirche.

Sehenswert im Innern ist die Kanzel. Sie wurde 1767 von Bühlertann gekauft. Die einzelnen Seiten der Brüstung sind mit Fruchtgirlanden verzierten korinthischen Säulen eingefasst. Zwischen den Säulen stehen die vier Evangelisten. Es beeindrucken die barock geschnitzten Gesichter, die Freude und Glück ausdrücken, der schöne Faltenwurf der Kleidung und die feingliedrigen Hände. Den oberen Abschluss der Kanzel bildet ein breites verkröpftes barockes Gesims. Auch hier zusammen mit dem ornamentierten Fuss ein harmonisch Ganzes, ein für unsere Kirche sehr schönes Stück.

 

Der Chor wird vom Kirchenraum durch einen romanischen Torbogen getrennt. Er wird von einem spätgotischen Triumphbogen getrennt. Vom Schlussstein blickt der Patron der Kirche, Sankt Kilian, herab, in der rechten Hand den Bischofsstab, in der linken Hand ein übergrosses Schwert.

 

Im Gegensatz zur frühesten Geschichte im 7. Jahrhundert, in der das Fischachtal besiedelt wurde, zeigt sich heute dieses Tal von einer lieblichen Seite. Früher war das Tal feucht und kalt und sumpfig. Heute erfreuen die gepflegten Wiesen, durch die das Bächlein Fischach fliesst, das Herz des Wanderes.

 

Wir laden Sie herzlich ein, dieses schöne Tal im Anschluss an einen Gottesdienst in der Kilianskirche oder im Anschluss an einen Gottesdienst im Grünen, der jedes Jahr am 2. Augustsonntag auf dem Hundsrücken zwischen Herlebach und Oberfischach stattfindet, kennen zu lernen.