Obergröningen aus luftiger Höhe

„Eingebettet in einer flachen Mulde, zwischen fruchtbaren Feldern, bunten Wiesen und dunklen Wäldern, liegt auf der südöstlich auslaufenden Frickenhofer Höhe und in den wasserreichen felsigen Schluchten, zu beiden Seiten des Kochers, die Gemeinde Obergröningen“, schreibt Aloys Schymura in seiner 1990 erschienenen, lesenswerten Ortschronik „Obergröningen in Vergangenheit und Gegenwart“. „Sie wird im Norden von Abtsgmünd-Untergröningen, im Osten von Abtsgmünd-Hohenstadt, im Süden von Schechingen und im Westen von Eschach begrenzt. Der Blick von Obergröningen reicht hinab ins Kochertal und zu den Limpurger und Ellwanger Bergen, hinüber zu den Albvorbergen Rosenstein, Rechberg bis hin zu dem Hohenstaufen.“ Der höchste Punkt liegt im Buchhof mit 507 Metern, während die Wohnplätze im Tal bei 355 Metern Höhe liegen.

 

Zur Gemeinde gehört natürlich auch die Pfarrei Obergröningen, die ein hohes Alter aufweist. Bereits die ersten Siedler waren Christen. Der Dorfälteste stellte einst aus seinem Hofgelände den Platz zum Bau eines Gotteshauses, einer Kirche zur Verfügung. Die jetzige Nikolauskirche wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Seit 1436 besaß der Schenk von Limpurg das Patronat über die Kirche, die damals zur Diözese Augsburg gehörte. Seit Einführung der Reformation im Jahre 1545 wurde Obergröningen evangelisch, als sich Schenk Friedrich der III. zum Protestantismus bekannte. Aber erst 1556 und später war überall im Limpurger Land die Reformation verwirklicht.

 

Zu Obergröningen gehörte früher auch die Gemeinde Untergröningen. Seit 1807 war die Pfarrei ein Bestandteil des Dekanats Gaildorf. Die Trennung der evangelischen Kirchengemeinde in Untergröningen und Obergröningen wurde am 16. November 1858 vollzogen. Im Jahre 1837 hatte die Kirchengemeinde ein neues Pfarrhaus gebaut, das seither bereits mehrere Male renoviert worden ist, in jüngerer Zeit 1972 und in den Jahren 1989 und 1990. Mit der Niederlassung zahlreicher evangelischer Christen in den bis dahin traditionell katholisch geprägten Ortschaften Schechingen und Hohenstadt nach dem zweiten Weltkrieg stellte sich das Problem der Integration für die Gesamtpfarrei. Diese schwierige Situation hat sich seit den 90er Jahren weiter verschärft.

 

Bis vor 15 Jahren waren noch drei Viertel aller Gemeindeglieder in Obergröningen zu Hause. Heute ist das nicht mehr so, denn durch das starke Bevölkerungswachstum und den Zuzug vieler ev. Familien in Schechingen wohnen inzwischen weit über die Hälfte aller evangelischen Gemeindeglieder in Schechingen. Das Hineinwachsen dieser Familien in die Kirchengemeinde und das Entstehen eines Zusammengehörigkeitsgefühls ist eine große Herausforderung noch für Generationen. Da es an eigenen Gemeinderäumen in Schechingen fehlt, sind Ersatzlösungen nötig: So können in der katholischen Kirche in Schechingen seit Anfang der 90er Jahre evangelische Gottesdienste gefeiert werden. Auch die Grundschule am Ort sowie die Bürgerliche Gemeinde Schechingen zeigen sich sehr entgegenkommend und helfen mit ihren Räumen bei kirchlichen Veranstaltungen gerne aus.

 

Und selbst in Hohenstadt mit seiner bekannten Wallfahrtskirche gibt es inzwischen mehr evangelische Gemeindeglieder und Familien, als es mancher hier ansässige Einheimische vermuten würde.

 

Geographisch gesehen ist Obergröningen heute in der Tat die Mitte einer räumlich weit verstreuten Kirchengemeinde, wie ein Blick auf die Landkarte beweist, die den Gesamtumfang darstellen soll: der Hauptort oheHof Obergröningen mit dem Bräunlesrain, dem Jägerhof und dem Buchhof, die auf der Höhe gelegen sind, weiter unten mit der Reute, sowie den Teilorten Algishofen, Brandhof, Fach, Reute, Vorderer Rötenbach, Schlauchhof, Suhhaus, Wahlenhalden.

 

Zu Hohenstadt gehören noch die Talgemeinden Butzenberg, Christhäuser, Frauenhof, Kocherhof, Maisenhäuser, Reichertshofen, Rötenbach und Zeis.

 

Außerhalb gelegene Teilorte von Schechingen sind noch der Zeirenhof, die Klotzhöfe und der Haghof, und vor allem Leinweiler, das zwar zur bürgerlichen Gemeinde dazugehört, aber nicht mehr Teil der ev. Kirchengemeinde Obergröningen ist.

 

Von allen Richtungen gut erreichbar ist ein schön gelegener Platz (am „Steinenkreuz“) zwischen Feld und Wald, der seit über 10 Jahren für Gottesdienste im Grünen genützt wird: Kirche einmal im Jahr anders zu erleben, ist für viele inzwischen zu einer festen Größe im kirchlichen Kalender geworden, wie die gut besuchten