Das Pfadfindergesetz

Das Pfadfindergesetz ist ein Kernbestandteil der Pfadfindermethode, die als System fortschreitender Selbsterziehung definiert wird. In diesem System steckt das Pfadfindergesetz einen Orientierungsrahmen ab, nach dem die Pfadfinder ihr Leben gestalten.

Ursprünglich wurde das Pfadfindergesetz vom Gründer der Pfadfinderbewegung, Robert Baden-Powell, formuliert. Darauf aufbauend haben verschiedene Pfadfinderverbände eigene Formulierungen entwickelt, die sich inhaltlich meist nur geringfügig unterscheiden.

Das originale Pfadfindergesetz von Baden-Powell

A scout´s honour is to be trusted 
Auf die Ehre eines Pfadfinders ist Verlass

A Scout is loyal to the King, and to his officers, and to his parents, his Country, his employers, and to those under his orders.
Ein Pfadfinder ist treu gegenüber dem (britischen) König und dessen Beamten, seinen Eltern, seinem Land, seinen Vorgesetzten und denen, die unter seinem Befehl stehen.

A Scout's duty is to be useful and to help others.
Die Pflicht eines Pfadfinders ist es, nützlich zu sein und anderen zu helfen.

A Scout is a friend to all, and a brother to every other Scout, no matter to what social class the other belongs.
Ein Pfadfinder ist ein Freund zu allen und ein Bruder eines jeden Pfadfinders, egal zu welcher gesellschaftlichen Klasse der Andere gehört.

A Scout is courteous.
Ein Pfadfinder ist höflich.

A Scout is a friend to animals.
Ein Pfadfinder ist Freund zu allen Tieren.

A Scout obeys orders of his parents, Patrol-leader, or Scout-master without question.
Ein Pfadfinder befolgt die Anweisungen seiner Eltern, seines Kornetts oder Pfadfinderleiters ohne Frage.

A Scout smiles and whistles under all difficulties.
Ein Pfadfinder lächelt und pfeift in allen Schwierigkeiten.

A Scout is thrifty.
Ein Pfadfinder ist sparsam.

A Scout is clean in thought, word and deed.
Ein Pfadfinder ist rein in Gedanken, Worten und Taten.

Das Regelkonzept des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder

Der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) kennt keine einheitlichen Pfadfinderregeln, sondern verwendet ein flexibeles Gerüst von selbstformulierten Gruppenregeln, die sich zwischen den Gruppen unterscheiden können und an veränderte Gruppensituationen angepasst werden sollen.

  • miteinander planen, arbeiten, spielen – nicht gegeneinander; 
  • sich nichts aufzwingen lassen – selbst etwas tun;
  • nicht alles hinunterschlucken – sagen, was mir nicht passt;
  • zusammen etwas tun – allein erreiche ich weniger;
  • in der Gruppe mitmachen – nicht am Rand stehen;
  • beobachten – nichts ungeprüft hinnehmen;
  • neue Wege gehen – nichts für unveränderbar halten;
  • mitmachen – nicht andere für sich denken lassen;
  • von anderen lernen – nicht auf dem eigenen Standpunkt beharren;
  • anderen helfen – nicht nur an sich selbst denken.

Quelle: Bundesordnung des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder