Der VCP (Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder)

Der VCP ist die evangelische Säule der deutschen Pfadfinderbewegung, ist aber offen für konfessionell anders- bzw. nichtgebundene Jugendliche. Erwachsenen bietet er selbständige Arbeitsfelder. 

Der VCP hat heute etwa 47.000 Mitglieder in über 600 Ortsgruppen. Er ist unter anderem Mitglied im Deutschen Bundesjugendring und in der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend in Deutschland. Der Landesverband in Württemberg ist korporatives Mitglied im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg.

Der Bundesverband und die Landesverbände veranstalten regelmäßig Großzeltlager und andere Veranstaltungen für alle Altersstufen. Die eigentliche Pfadfinderarbeit findet jedoch in der Gruppenstunde vor Ort statt. Damit untrennbar verknüpft ist die Teilnahme an Fahrt und Lager.

Pfadfinden heute bedeutet...

...Natur entdecken 
Nur wer die Natur kennt, kann sie auch schützen

...Gemeinschaft erleben
Anderen helfen - sich von anderen helfen lassen

...Verantwortung übernehmen
An kleinen Aufgaben für große üben

...Spannung und Abenteuer
Ausprobieren und erleben - Lernen durch Tun (learning by doing)

...Spiel und Spass
Bei uns ist immer was los!

...Kreativität und Phantasie
Wir konsumieren nicht - Wir gestalten unsere Freizeit selber


...Fahrt und Lager
Im Zelt oder unterwegs - so mögen wir es am liebsten

...Pfadfinder weltweit
Fremdenfeindlichkeit hat bei uns keinen Platz - Pfadfinder sind international

"Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie angetroffen hast!"
(Robert Baden-Powell)

Robert Stephenson Smyth Baden-Powell

Robert Stephenson Smyth Baden-Powell (B.P.) ist der Gründer der Pfadfinderbewegung. 1857 in London geboren wurde er als siebter von acht Söhnen (insgesamt 10 Kinder) von seiner Mutter aufgezogen. Seine Abenteuerlust und die Freude an der Natur hatte er von seinem Großvater. Nachdem sein Großvater starb, besuchte B.P. mehrere Armenviertel seiner Stadt und war damals schon der Meinung, etwas ändern zu müssen. Schon in seiner Kindheit durchforschte er Wälder und schlich den Spuren der Tiere hinterher. Campen mit Freunden durften in den Ferien nicht fehlen. Aus Abenteuerlust hat er die Aufnahmeprüfung zur Armee gemacht und wurde zweiter von 700 Bewerbern. Eigentlich wollte er in Oxford studieren - nur waren seine Noten dafür zu schlecht. Er machte schnell Karriere als Soldat, war dabei aber alles andere als ein "Komisskopf". Sturen Drill hasste er und seine Soldaten zog er sich lieber als verantwortlicher Mitarbeiter heran. Er verlangte von ihnen nicht mehr als von sich selbst. Bald übertrug man ihm die Ausbildung der "Scouts", der militärischen Kundschafter. 

Richtig bekannt wurde Baden-Powell durch die Verteidigung der südafrikanischen Stadt Mafeking, die er gegen eine 15fache Übermacht 200 Tage lang halten konnte. Und dies nicht mit Gewalt, sondern mit List und Ideen:
mit "Soldaten" aus Strohpuppen, "Gewehren" aus Holzstöcken und "Kanonen" aus Konservendosen. Und als mit den Befreiern auch die Journalisten in die Stadt kamen, berichtete der Oberst, wie die Kinder der Stadt ihm geholfen hatten: als Sanitäter, Kundschafter und Boten. Er war begeistert, wieviel Verantwortungsbewusstsein und Eigeninitiative die Jungs hatten - etwas, was man damals Kindern nicht zutraute. Und in allen Zeitungen war zu lesen, wie ein Oberst und tapfere Kinder eine Stadt gerettet hatten.

Die Kinder in England fanden das toll. Sie wollten auch so tolle Jungs sein wie die Jungs in Mafeking. Sie besorgten sich das Lehrbuch für Kundschafter, das Baden-Powell für seine Soldaten geschrieben hatte und wollten so sein wie sie. Als Baden-Powell nach England kam und davon erfuhr, erschreckte ihn das: Kinder sollten nicht Soldaten spielen, meinte er. Darum schrieb er das Buch für Kinder um, denn dass Kinder Abenteuer lieben und die Welt entdecken wollen, das kannte er ja selbst als Kind. Mit 22 Jungs probierte er 1907 sein Buch bei einem Zeltlager auf Brownsea Island aus. Das war das erste Pfadfinderlager der Welt.

Das Buch "Scouting for Boys" wurde eines der bedeutendsten pädagogischen Werke des 20.Jahrhunderts.
Der Lehrgrundsatz "learning by doing" fand hier zum ersten Mal Bedeutung. Und als das Buch 1908 erstmals erscheint, löst das eine Lawine aus. Überall bilden sich "Scouting" Gruppen. Ein Jahr später war sein Buch bereits in fünf Sprachen übersetzt und hatte ähnlich eingeschlagen. Am ersten Pfadfindertreffen 1909 in London nehmen sage und schreibe 11.000 Kinder teil. In immer mehr Ländern begeistern sich Kinder für die Pfadfinderarbeit. 1910 scheidet Baden-Powell aus dem Militärdienst aus, um sich nur noch den Pfadfindern zu widmen.

"Bi-Pi", wie er von den Pfadfindern bald liebevoll genannt wird, reist durch die ganze Welt, um Scouts zu besuchen. Auf einer dieser Reisen lernt er seine Frau Olave kennen. Ihr ist es zu verdanken, dass heute Jungen wie Mädchen das Abenteuer Pfadfinden erleben können.

Denn Baden-Powell staunte nicht schlecht, als beim ersten Jamboree ein Trupp Mädchen selbstbewusst verkündete: "Wir sind eben Mädchen-Pfadfinder". Doch mit dem Programm, das sich BiPis Schwester Agnes ausdachte, hatten die Mädchen nichts am Hut: Abzeichen für Stricken und Häkeln statt Feuermachen und Anschleichen und langweilige Blumen als Gruppennamen - das wollten sie nicht. Fast hätte die Mädchenpfadfinderarbeit ganz aufgehört. Olave jedoch schaffte es, zu vermitteln. BiPi gab nach und schrieb sein Buch für Mädchen um. Olave Baden-Powell ist es zu verdanken, wenn Pfadfinderinnen bereits damals zu sehr modernen und selbstbewußten Mädchen heranwuchsen.

Ein großer persönlicher Rückschlag war für Baden-Powell der Erste Weltkrieg. Pfadfinder aus England und Deutschland, aus Frankreich und Österreich kämpften gegeneinander. So hatte er das nicht gewollt. Nach Kriegsende setzte er alles daran, um aus den Pfadfindern die größte Friedensbewegung der Welt zu machen.

Mit 80 Jahren zieht BiPi sich aus der aktiven Pfadfinderarbeit zurück. Drei Jahre später stirbt er am 8. Januar 1941 in seinem Haus in Nyeri/ Kenia.


In seinem letzten Brief hinterlässt er der Pfadfinderbewegung ihre bis heute wichtigsten Sätze:
- "Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt"
- "Der wahre Weg, um Glücklichkeit zu erlangen, besteht darin, andere Menschen glücklich zu machen."