Geschichtliches

Kurzfassung, hauptsächlich nach Beschreibung von BM Keck

Erste urkundl. Erwähnung
1024 wird Sulzbach erwähnt in einer Urkunde Kaiser Heinrich II, mit der dem Kloster Ellwangen der Bannwald vermacht wird.

Michaelskirche

Michaelskirche

Vermutlich stand (vom Namen her zu urteilen), schon damals (1024) hier eine Kirche, überwiegend aus Holz gebaut. 

Nach Prescher (Bd. II S. 261) waren im alten Turm 2 Steine mit den Jahreszahlen 1049 bzw. 1205. Sie wurden vermutlich bei baulichen Veränderungen in diesen Jahren eingebaut.

Pfr. Joachim Hornung, ab 1548 Pfr. in Sulzbach, ein Freund des Reformators Johannes Brenz, führte in Sulzbach endgültig die Reformation ein.

(1594 Bau der Schlosskirche durch Schenk Johann III. und Gräfin Eleonore; deren Denkmale standen 1963 bis 1998 im Chor der Michaelskirche, jetzt wieder in der Schlosskirche)

1711 Renovierung der Kirche (der Heiligenpfleger klagte noch 1748 über die „vielen alten Schulden")

1753 wurde das Kirchenschiff nach Norden um ca 1 m verbreitert, nach Westen um 3,6 m verlängert; Einbau von 2 Emporen an der Nordseite. Die Orgel kam auf die West-Empore. Die Kirche hatte 768 Sitzplätze, davon 260 auf den Emporen.

Die Gemeinde hatte durch den Umbau große Schulden, die auf die Gemeindeglieder und Teilgemeinden umgelegt wurden. Das gab Streit, besonders mit den Teilorten (auch mit Laufen). Pfr. Marius verließ deshalb Sulzbach.

Die Laufener Gläubigen erreichten in diesem Zusammenhang, dass ab 1758 die Sulzbacher Pfarrer alle 6 Wochen in der Kirche auf dem Heerberg predigen mussten.

(1868 bekam Laufen einen eigenen Pfarrer und wurde 1870 selbständige Pfarrei).

Dolmetsch-Fassung

1892/93 war eine umfassende Kirchenrenovierung nötig.

Die Ober-Bauleitung hatte Oberbaurat Dolmetsch, Stuttgart.
Da der Turm während der Bauarbeiten einzufallen drohte, wurde er abgerissen und der jetzige Turm neu gebaut (43 m hoch).
Turmuhr: 1893 Fa. Bauer, Ludwigsburg.

 

Das Innere der Kirche wurde vollständig erneuert, die zweite Empore an der Nordseite entfernt, ein hohes Tonnengewölbe im Schiff eingebaut und der ganze Innenraum des Schiffs mit farbigen Ornamenten verziert.

 

1921: Elektr. Strom in Sulzbach und in der Kirche (Orgelgebläse elektrisch).

Modernisierte Kirche

1963: Innen -Umbau der Kirche:
Die gesamte Jugendstil-Einrichtung und –Bemalung wurde entfernt, eine neue Decke unter dem Tonnengewölbe eingezogen, Chorgewölbe und Chorbogen niedriger gemacht.
Neues Chorfenster (Gleichnis vom Verlorenen Sohn; Köhler, Stuttgart); ein Teil des alten Fensters (Christus-Bild) wurde an die Nordseite versetzt.
Die Orgel wurde von der West- auf die Nordempore versetzt.
Die beiden Stifterfiguren der Schloßkirche Schmiedelfeld von ca. 1600 (Schenk Johann III. und Gräfin Eleonore) wurden restauriert und bekamen einen Platz im Chor der Kirche. (ursprüngl. in der Schloßkirche Schloßschmiedelfeld; bei deren Säkularisierung 1830 von dort entfernt; bis ca 1948 standen sie im Benting’schen Schloßpark in Gaildorf, wurden 1948 außen an der Kirche aufgestellt. Im Zuge der Innenrenovierung der Michaelskirche 1998 und der Restaurierung der Schlosskirche wurden sie wieder an die Schlosskirche übergeben und stehen nun dort an ihrem ursprünglichen Platz.

1995 erfolgte eine Außenrenovierung und Neudeckung des Turmes und Neudeckung des Schiffs.

Segnender Christus

1998: Innenrenovierung. Anstrich; Umsetzung des alten Chorfensters in das Fenster über dem Süd-Portal; neue Beleuchtung, neues Emporen-Geländer. 

Das Bronze-Kreuz auf dem Altar und die beiden Kerzenleuchter wurden 1998 von Ulrich Henn für die Michaelskirche geschaffen.

Das alte Altarkreuz aus Holz (vermutlich von 1893) hängt im Gemeindesaal. Es wurde bei der Renovierung 1963 entfernt und durch ein großes Holzkreuz aus 2 rohen Balken ersetzt, das zwischen den beiden Stifterfiguren im Chorraum hinter dem Altar aufgestellt wurde.

2000: Außenrenovierung Schiff und Neugestaltung des Vorplatzes und des Nordhanges.

Orgel in der Michaels-Kirche

Orgel

Die erste Orgel wurde ca 1690 eingebaut. Sie hatte nur 6 Register und war offensichtlich ein schlechtes Instrument. Orgelbauer Sinu aus Steinbach bei Hall hatte gepfuscht. Sie musste 1694 „ein weiteres mal“ repariert werden.

Als 1830 die Schloßkirche Schmiedelfeld „säkularisiert“ wurde, kam die dortige Orgel in die Michaelskirche. Beim Umbau 1892/93 bekam die Orgel 2 neue Register.

1921 wurden die Prospektpfeifen an der Orgel ergänzt (mussten im 1. Weltkrieg abgegeben werden) und die Orgel wurde an die elektrische Leitung angeschlossen.

März 1932 Einweihung der „neuen“ Orgel mit 15 Registern, 2 Manualen und 1 Pedal. Die jetzige Orgel hat nur noch den Prospekt der alten Schlosskirchen-Orgel.
Lutherbild

Das Lutherbild über der Kanzel wurde 1846 auf Beschluss des Stiftungsrates anlässlich des 300. Todestages Luthers um 8 Gulden beschafft. (1999 restauriert)

Bronze-Kreuz

Bronze-Kreuz

Das Bronze-Kreuz auf dem Altar und die beiden Kerzenleuchter wurden 1998 von Ulrich Henn für die Michaelskirche geschaffen.

Das alten Altarkreuz aus Holz (vermutlich von 1893) hängt im Gemeindesaal. Es wurde bei der Renovierung 1963 entfernt und durch ein großes Holzkreuz aus 2 rohen Balken ersetzt, das zwischen den beiden Stifterfiguren im Chorraum hinter dem Altar aufgestellt wurde.

Pfarrhaus

1842 Bau eines neuen Pfarrhauses, da das bisherige - es stand ca 10 m südlicher - in sehr schlechtem Zustand war.

 

Friedhof

1890 wurde der Friedhof bei der Kirche aufgelöst und ging (am jetzigen Platz) in die Verwaltung der bürgerl. Gem. über.