Kirchengemeinde

Die gesamte Gemeinde Untergröningen hat ungefähr 4150 Einwohner. Etwas mehr als 760 zählt die Evangelische Kirchengemeinde an Gemeindegliedern. Davon gehören 14 zur bürgerlichen Gemeinde Sulzbach-Laufen und 10 Gemeindeglieder zur Gemeinde Pommertsweiler.

Durch die Reformation im 16. Jahrhundert war Untergröningen ohne Ausnahme bis 1776 rein evangelisch. Es dürfte um 1544 gewesen sein, als durch den Reformator Johannes Brenz die neue Lehre von Dr. Martin Luther in der Gemeinde eingeführt worden ist.

 

Die Kirche war zuerst im Schloss untergebracht. Die Oberamtsbeschreibung (von 1852) belegt, dass „mindestens seit 1609 der (evangelischen) Pfarrgemeinde die Schlosskirche eingeräumt war“.

 

1774 erbte die Fürstin Maria Friederike Sophia Charlotte von Hohenlohe-Bartenstein durch ein Los das Schloss. Sie war aber katholisch. Bald wollte sie für sich und ihre Leute die Schlosskirche haben.

 

In wahrem Großmut ließ sie deshalb den Evangelischen die jetzige Kirche am Schlossberg bauen. Sie sollte genauso groß und schön werden wie die Schlosskirche. Auch sollten die Evangelischen die Glocken und Gerätschaften ihrer einstigen Kirche erhalten.

Bald wurde mit dem Bau der Kirche begonnen. Sie sollte auf dem Rathausplatz ihren Ort haben. Bis die Kirche fertig gestellt war, feierten die evangelischen Christen in der Schule ihre Gottesdienste.

Leider starb am 2. Mai 1777 die Fürstin, so dass sie die Einweihung der evangelischen Kirche am 2. Advent desselben Jahres nicht mehr erleben konnte.

 

Ihr Sohn Ludwig Karl Philip übernimmt das Erbe seiner Mutter. Damit auch die Verpflichtung die Kirche für die reformierte Gemeinde fertig zu stellen. Die Einweihung des Gotteshauses geschah in hoher Würde mit gebührender Festlichkeit.

Im Laufe der Jahrhunderte kamen wieder durch Kriege und Vertreibungen, Revolutionen und Zuzüge Gläubige der katholischen Kirche in den Ort. Sowohl von der katholischen als auch von der evangelischen Seite wird großer Wert auf ein ungestörtes Miteinander gelegt.

Zu erwähnen wäre noch, dass die evangelische Kirchengemeinde erst seit dem Jahr 1859 eine selbstständige Pfarrei ist und eigene Pfarrer bekam. Zuvor musste der Pfarrer von Obergröningen den Pfarrdienst in Untergröningen mit versehen.