Unsere Kirche "Zu Allen Heiligen"

Geschichte

Blick zur Empore und Orgel

Eine altehrwürdige Wehrkirche steht in Untersontheim.

Sie wird erstmals 1347 urkundlich erwähnt und wird zunächst zwei Heiligen geweiht: Franziskus und Sebastian. Später dann wird sie allen Heiligen geweiht.

Zwei der vier Glocken finden des hohen Alters wegen im württembergischen Glockenatlas: die ältere der beiden stammt aus ca. 1360-1380, die "Herrenglocke" aus 1499, dem Geburtsjahr von Johannes Brenz. 

Die Kirche beherbergt eine teilweise historische Orgel des Baumeisters M. Schultes. Der Keilblasebalg wurde bei der letzten Sanierung nach den ursprünglichen Vorgaben rekonstruiert.

Das Tympanon

Der alte Eingang liegt an der Südseite. Über dieser Tür ist ein sogenanntes Tympanon zu erkennen. Damit wird das Relief über dem Türbalken bezeichnen. In der Mitte unseres Tympanons ist ein Kreuz zu erkennen. Das besondere dabei ist, dass es links und rechts von Sonne und Mond flankiert wird. Vermutlich geht es auf das Psalmwort zurück: "Dein ist der Tag, Dein auch die Nacht, hingestellt hast Du Sonne und Mond" (Psalm 74,16). Und zeigt an, dass die gesamte geschaffene Welt- Erde und All- unter der Herrschaft Gottes steht.

Kunsthistorisch ist es mit ähnlichen Darstellungen aus dem 10. bis 12. Jahrhundert n. Chr. zu vergleichen.

Das Chorfenster

Chorfenster mit Kreuzigungsdarstellung

Hinter dem Altar ist das einzig farbige Fenster der Kirche zu sehen. Es stellt die Kreuzigung von Jesus Christus dar, wie sie in der Bibel beschrieben ist und an die wir uns am Karfreitag besonders erinnern.

In der Mitte der gekreuzigte Christus, die Arme zur Segensgeste erhoben. Sein Kopf ist von einem sog. "Kreuznimbus" umgeben, mit dem in der christlichen Kunst nur Gott selbst dargestellt ist.

Das Kreuz wird von zwei römischen Soldaten in rot flankiert. Vom Betrachter links stehen ein Mann und eine Frau. Das erinnert an die Szene aus dem Johannesevangelium: "Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich." (Joh. 19, 26-27)