Drei im Verbund?

Drei im Verbund ist der hoffnungsvolle Versuch der Kirchengemeinden Untersontheim, Obersontheim und Geifertshofen Veränderungen, vor denen wir stehen, konstruktiv zu begegnen.

Die ganz große Veränderung ist sicher, dass im Pfarrplan 2024 die Pfarrstelle Untersontheim aufgehoben wird und Untersontheim, Obersontheim und Geifertshofen mit zwei Pfarrstellen auskommen müssen. Wenn man zwei Pfarrstellen auf drei sehr unterschiedlich große Gemeinden aufteilen muss, geht das im Miteinander besser, als im Gegeneinander, wo jeder versucht sein Schäfchen ins Trockene zu bringen. Dazu gibt es in der Landeskirche einen neue, vielversprechende Möglichkeit der Zusammenarbeit von Kirchengemeinden, die sich Verbundkirchengemeinde nennt

Ein erster Schritt

1. Sitzung Steuerungsgruppe Verbundkirchengemeinde

Am 8. Juli hat sich zum ersten Mal eine Steuerungsgruppe zur Realisierung des Pfarrplans in unserem Distrikt getroffen. Der Pfarrplan sieht vor, dass das Pfarramt Geifertshofen zukünftig die etwa 1000 Evangelischen in Bühlertann betreut, die Pfarrstelle Untersontheim aufgelöst wird und die Evangelischen in Untersontheim vom Pfarramt Obersontheim versorgt werden. Vorausgegangen waren im Oktober 2018 und im Februar 2019 zwei Treffen aller Kirchengemeinderäte aus den Kirchengemeinderäten in Geifertshofen, Obersontheim, Untersontheim und Mittel- und Oberfischach. Dabei wurde die große Runde darüber informiert, wie man den Pfarrplan durch Umpfarrungen, durch Fusion oder die Bildung einer Verbundkirchengemeinde umsetzen könnte. Angesichts der Kirchenwahlen Ende 2019 und der eher langsamen Vorgehensweise in großen Gremien wurde eine Steuerungsgruppe mit Vertretern aus allen beteiligten Kirchengemeinden beschlossen. Bei der ersten Sitzung dieser Steuerungsgruppe kam nun heraus, dass bis Juni 2020 ein Antrag auf Errichtung einer Verbundkirchengemeinde bei der Kirchenleitung gestellt werden soll. Für diesen Antrag muss einiges in der Steuerungsgruppe geklärt werden, manches ist auch vorgegeben. Zentral ist aber, dass dieser Antrag in allen Kirchengemeinderäten einzeln abgestimmt werden muss. Und nur, wenn alle Kirchengemeinderäte ihm zustimmen, kommt eine Verbundkirchengemeinde auf den Weg. Wenn nicht, muss man sich andere Lösungen einfallen lassen. Die Verbundkirchengemeinde hat den Vorteil einer effizienten Struktur, so dass in den Pfarrämtern weniger Zeit und Energie in den Erhalt einer kleinteiligen Struktur geht.Gelingt es, den Antrag bis Juni 2020 zu stellen, kann die Verbundkirchengemeinde zum 1. Januar 2021 errichtet werden. Das ist ein sportliches Ziel. Es war aber in der Steuerungsgruppe zu spüren, dass die allermeisten Beteiligten vorankommen wollen und wenig Lust auf einen Prozess haben, der sich jahrelang hinzieht. Die Kirchengemeinderäte in Mittel- und Oberfischach stehen noch vor der Entscheidung, ob sie sich an diesem Prozess überhaupt beteiligen wollen. Aber bei den Mitgliedern der Gremien aus Geifertshofen, Ober- und Untersontheim war der Wille deutlich erkennbar, jetzt einen Schritt vorwärts zu tun.

Dem ein zweiter folgt

2. Sitzung Steuerungsgruppe Verbundkirchengemeinde

 

Am 9. Oktober traf sich im Gemeindehaus in Geifertshofen die Steuerungsgruppe von Vertretern aus den Kirchengemeinderäten Untersontheim, Obersontheim und Geifertshofen zum zweiten Mal.. Beim ersten Treffen der Steuerungsgruppe waren noch Vertreter aus Mittel- und Oberfischach dabei. Die Kirchengemeinderäte und der Pfarrer dieser Gemeinden haben jetzt aber vor der zweiten Sitzung beschlossen, an diesem Prozess in Richtung Verbundkirchengemeinde nicht mehr teilzunehmen.

 

Moderiert und geleitet wird die Steuerungsgruppe von einem darauf spezialisierten Beratungsteam der Landeskirche, von Amelie Seifert, Strukturberaterin im Oberkirchenrat, und von Joachim Stricker, Pfarrer und Prozessberater.

 

Die Steuerungsgruppe soll die Möglichkeit des Zusammengehens der drei Kirchengemeinden zu einer Verbundkirchengemeinde prüfen und vordenken. Bei einer Verbundkirchengemeinde bleibt jede Kirchengemeinde selbständig. Die Pfarrämter „gehören“ aber nicht mehr einer einzelnen Gemeinde, sondern die Pfarrämter „gehören“ genauso wie die Kirchenpflege der Verbundkirchengemeinde. Der Verbundkirchengemeinderat ist das Besetzungsgremium für die die Pfarrstellen, nicht einzelne Kirchengemeinderäte. Die zukünftig zwei Pfarrämter haben ihren Sitz in Obersontheim und Geifertshofen und bekommen zwei ungefähr gleich große Bezirke für die etwa 3700 Evangelischen der Verbundkirchengemeinde. Ein Bezirk ist Obersontheim und Untersontheim. Der andere ist Bühlertann und Geifertshofen. Die Grenze der Kirchengemeinde Obersontheim bleibt gleich, aber die Grenzen der beiden Pfarrämter verschieben sich.  

Damit die beiden Pfarrstellen gut und effizient arbeiten können, wird es darauf ankommen, dass die drei Kirchengemeinden so miteinander zusammenwirken, dass die Pfarrstelleninhaber ihre Kräfte nicht verzetteln müssen. Und wir werden herausfinden müssen, was man besser gemeinsam macht und was man besser in der einzelnen Kirchengemeinde belässt. Dabei wird es Versuch und Irrtum geben. Aber auch die Chance eines guten und beständigen Miteinanders.

 

Beim zweiten Treffen der Gruppe ging es zunächst um eine Vereinbarung, welches Ziel man miteinander erreichen will: Die Bildung einer Verbundkirchengemeinde zum 1.1.2021.

Danach kam die Ortssatzung einer Verbundkirchengemeinde zur Sprache. In ihr werden die Aufgaben und Zuständigkeiten zwischen einzelner Kirchengemeinde und Verbundkirchengemeinde geregelt. Dazu gehört auch eine klare Regelung bei den Finanzen und Vermögensverhältnissen. Glücklicherweise sind viele Dinge in einer Ortssatzung durch schon bestehende kirchliche Gesetze geklärt, so dass man in vielen Dingen das Rad nicht neu erfinden muss. Frau Seifert konnte manche Besorgnisse, als es um Vermögen und Finanzen ging, schnell ausräumen. Es gibt aber in der Verbundkirchengemeinde einen gemeinsamen Haushalt, eine gemeinsame Kirchenpflege, der Verbundkirchengemeinderat besteht aus Mitgliedern aus allen Gemeinden. Ein Mitglied aus Untersontheim entscheidet also in einem Verbundkirchengemeinderat über eine Angelegenheit in Geifertshofen und umgekehrt. Wir werden uns und die Situation unserer Gemeinden also gut kennenlernen und wahrnehmen müssen, um unserer gemeinsamen Verantwortung für drei verschiedene Gemeinden gerecht zu werden. Die Herausforderung der Verbundkirchengemeinde ist also bei aller Bewahrung von Eigenständigkeit in den einzelnen Gemeinden, dass man miteinander und füreinander denkt, überlegt und beschließt. In einer Verbundkirchengemeinde wird also ein Denken und eine Verantwortung über den eigenen Kirchturm hinaus gebraucht und eingeübt.

Darum wurde gerade bei Baufragen andiskutiert, ob es nicht einen beschließenden Bauausschuss geben soll.

 

Die drei Gemeinden sollen in Gemeindeversammlungen im Februar bzw. März über den Stand der Beratungen informiert werden, damit alle Gemeindeglieder zu diesem Vorhaben gehört werden können. Wenn alle Fragen geklärt und die Voten der Gemeindeversammlung bedacht worden sind, müssen die Kirchengemeinderäte in Untersontheim, Obersontheim und Geifertshofen jeweils fürs sich beschließen, ob sie die Errichtung einer Verbundkirchengemeinde beim Oberkirchenrat beantragen wollen. 

Wenn von allen drei Kirchengemeinderäten ein Ja dazu kommt, kann die Verbundkirchengemeinde zum 1.1.2021 errichtet werden