Prädikantentag am 08.07.2018

Am Sonntag, den 8. Juli 2018 veranstaltet der evangelische Kirchenbezirk Gaildorf wie-der einen Bezirksprädikantentag. Zu diesem Anlass werden in vielen Kirchengemeinden die Gottesdienste gemeinsam von Pfarrern bzw. Pfarrerinnen und Prädikanten bzw. Prä-dikantinnen gehalten, wobei die Laien den Predigtpart übernehmen. Der Bezirksprädi-kantentag soll die Bedeutung des Prädikantendienstes in Erinnerung rufen. Ausgehend vom hiesigen Kirchenbezirk hat diese Form des Prädikantentags in den letzten Jahren in vielen Dekanaten der Landeskirche Anklang gefunden.

An der Verkündigung des Wortes Gottes sind in der evangelischen Kirche Sonntag für Sonntag nicht nur studierte Theologen, sondern auch ehrenamtlich tätige Frauen und Männer beteiligt. Sie heißen Prädikantinnen und Prädikanten. Ohne ihren Dienst müsste mancher Gottesdienst ausfallen, wenn Pfarrerinnen und Pfarrer Urlaub haben, krank oder anderweitig verhindert sind. Auch ermöglichen die ehrenamtlichen Predigerinnen und Prediger den Pfarrerinnen und Pfarrern ab und zu einen predigtfreien Sonntag. Darüber hinaus können die ehrenamtlichen Prediger aus ihrer Berufs- und Lebenswelt einen ganz anderen Horizont in den Gottesdienst hineinbringen als Pfarrerinnen und Pfarrer. Und schließlich wird durch den Prädikantendienst die reformatorische Lehre vom allgemeinen Priestertum der Gläubigen immer wieder neu ins Bewusstsein gerufen. 

In der evangelischen Landeskirche in Württemberg gibt es derzeit 358 Prädikantinnen und 503 Prädikanten. Insgesamt gestalteten sie im vergangenen Jahr 10.383 Gottes-dienste. Im Durchschnitt haben die ehrenamtlichen Predigerinnen und Prediger damit im Durchschnitt 12,07 Gottesdienste gehalten. Im Kirchenbezirk Gaildorf ist die Zahl der eh-renamtlichen Predigerinnen und Prediger glücklicherweise wieder angestiegen, nach-dem altersbedingt und durch Tod einige ausgeschieden sind. Momentan stehen elf Männer und vier Frauen für den Prädikantendienst zur Verfügung. Im Jahr 2017 hielten sie insgesamt 941 Gottesdienste im Kirchenbezirk, was ca. 17 % aller Gottesdienste aus-machte. Individuell kann die Zahl der Einsätze sehr unterschiedlich sein, da jeder Prädi-kant selbst entscheiden kann, wann und wie oft er für die Gottesdienste zur Verfügung steht.

Wie wird man Prädikant? Nach der Ordnung der Evangelischen Landeskirche in Würt-temberg werden geeignete Frauen und Männer vom Pfarramt im Einvernehmen mit dem Kirchengemeinderat dem Dekanat gemeldet. Der Dekan prüft die Meldung und leitet sie an das Landesprädikantenpfarramt weiter. Die Ausbildung beginnt mit einer Grundaus-bildung, in der innerhalb von eineinhalb Jahren drei Grundkurse zu besuchen sind, die jeweils von Donnerstagnachmittag bis Sonntagmittag dauern. Sie beinhalten Bibelarbeit, Einführung in Gottesdienst und Gesangbuch, Predigtbearbeitung, Predigtübungen und Sprecherziehung. Nach erfolgreichem Besuch dieser Kurse erfolgt in der Bezirkssynode die Beauftragung. Der Besuch von Weiterbildungskursen ist verpflichtend. Die Beauftra-gung erfolgt auf jeweils sechs Jahre. Danach ist eine erneute Beauftragung nötig. Der Dienst des Prädikanten endet mit der Vollendung des 75. Lebensjahres.

Prädikantentag am 19. Juni 2016

Am Sonntag, den 19. Juni fand der 3. Prädikantensonntag statt. Prädikanten haben eine besondere Ausbildung und können in der württembergischen Landeskirche selbständig Gottesdienste leiten und predigen. An diesem speziellen Tag feierten Pfarrer_Innen und Prädikant_Innen in vielen Bezirksgemeinden miteinander Gottesdienst und brachten so zum Ausdruck, dass beide im "Dienst des Wortes" stehen.

Nach den Gottesdiensten trafen sich alle "Teams" im familiären Rahmen in der Krone in Fichtenberg und konnten sich über ihre Zusammenarbeit austauschen und den Tag genießen. Die gemeinsame Begeisterung spiegeln die Bilder hoffentlich wieder.