Heerbergskirche

 

Wenn Sie die Heerbergskirche betreten, werden Ihnen gleich die Kirchenfenster auffallen.

 

Sie stammen aus dem Jahr 1892. Damals hat Heinrich Dolmetsch die Kirche grundlegend umgestaltet. Als 1969/70 eine weitere Kirchenrenovierung durchgeführt wurde, blieben die Fenster erhalten. Sie sind der Kirchengemeinde bis heute sehr wichtig.

 

Darum wurde auch die neue Tzschöckel-Orgel (Einweihung am 28.04.2002) auf der Nordseite des Chorraumes eingebaut, damit der Blick weiterhin ungehindert auf die Fenster fallen kann.

 

Im mittleren Chorfenster ist der gekreuzigte Christus zu sehen; unter dem Kreuz seine Mutter Maria und der Jünger Johannes.

 

Zusammengefasst ist die Botschaft dieses Bildes durch das Bibelwort über der Kanzel:

 

„Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3, 16)

Über 500 Jahre Kirche auf dem Heerberg

 

    Um 160 n.Chr.: In der Römerzeit führt eine wichtige Straße von Cannstatt über den Heerberg nach Augsburg.

    Um 500 n.Chr.: Der Heerberg ist Stammesgrenzpunkt zwischen den Franken im Norden und den Alemannen im Süden.

    1397: Pfaff Hans von Lauffen an der Peterskirche. Der Ort Laufen wird erstmals urkundlich erwähnt.

    Um 1406: Die Kransburg wird vom Bund der Städte (Hall) zerstört.

    1482: Schenk Konrad, verheiratet mit der Gräfin von Montfort, stirbt.

    1497: Glocke mit dieser Jahreszahl versehen wird beschafft.

    1497: Der Zeytblom-Altar mit dieser Jahreszahl und dem Selbstbildnis des Malers.

    1497: Die Heerbergskirche wird als Wallfahrtskirche genannt.

    1506: Schenk Albrecht verheiratet mit der Gräfin von Öttingen stirbt. Beider (Konrad und Albrecht mit Gattinnen) Wappen lassen auf den Bauherren schließen.

    1510: In einer Urkunde setzt Schenk Christof I dem Kaplan auf dem Heerberg eine Pfründe aus.

    1543: Unter Schenk Wilhelm wird die Kirche reformiert. Die Kirche auf dem Heerberg wird der Sulzbacher Pfarrei zugeteilt.

    1557: Unter Schenk Heinrich wird die Schmiedelfelder Residenz errichtet, zu der auch Sulzbach und Laufen gehören.

    1610: Die Wallfahrt der ,,Heerberger Bruderschaft" wird verboten.

    1634: Im 30jährigen Krieg wird durch Kaiserliche Soldaten das Innere der Kirche zerstört. Altar und Statuen bleiben davon verschont. Die Peterskirche wird im Inneren ebenfalls arg zerstört.

    1698 und 1722: Die Heiligen-Lagebücher weisen die Einkünfte und Rechte ,,des Heiligen unserer Lieben Frauen" auf dem Heerberg aus.

    1722: Im Mesnerhaus auf dem Heerberg, wo heute das Pfarrhaus steht, wird eine Filialschule eingerichtet, die dem Sulzbacher Schulmeister unterstand.

    1764: Der Mesner Waldenmayer vom Heerberg versieht den Schulunterricht.

    1806: Die Peterskirche in Laufen stürzt ein und wird im Lauf der Jahre abgetragen.

    1811: Laufen wird selbständige bürgerliche Gemeinde. Die Kirche bleibt weiter bei der Sulzbacher Pfarrei.

    1815: Justinus Kerner entdeckt mit seinem Freund Ludwig Uhland in Obersontheim die Alabaster-Madonna; anschließend suchen sie auf dem Heerberg den Zeytblom-Altar.

    1816: Justinus Kerner berichtet im »Morgenblatt für gebildete Leute" über seine Entdeckung.

    1829: Über die Baulast für das Sulzbacher Pfarrhaus wird ein Vergleich abgeschlossen.

    1830: Über die Baulast der Heerbergskirche wird zwischen Sulzbach und Laufen ein Vergleich abgeschlossen. Laufen bezahlt 3/5-tel und Sulzbach 2/5-tel.

    1836: Die Herausgabe der in Obersontheim befindlichen Madonna wird zugesagt.

    1837: Ein Antrag auf Errichtung einer Vikarstelle auf dem Heerberg wird der Kosten wegen abgewiesen.

    1839: Feierliche Übergabe der Madonna auf dem Heerberg.

    1840: In Laufen wird ein neues Schulhaus gebaut. Die Filialschule im Mesnerhaus auf dem Heerberg wird aufgelöst.

    1846: Die Madonna geht um 12 Gulden nach Weinsberg.

    1859: Laufen stellt erneut Antrag auf Errichtung einer eigenen Pfarrei. Wegen den Kosten und dem Fehlen eines Pfarrhauses gibt es weitere Verzögerungen.

    1865: Vom Konsistorium wird die Loslösung der Kirche von Sulzbach zugesagt.

    1866: Der erste Laufener Pfarrer zieht als Amtsverweser auf.

    1868/69: Wo das Mesnerhaus stand, wird ein Pfarrhaus erbaut.

    1869: Pfarrer Benignus, der seither im Rößle untergebracht war, zieht im neuen Pfarrhaus ein.

    1867: Rübgarten und Heilberg werden ,,eingepfarrt".

    1870: Laufen wird ständige Pfarrei.

    1870: Der Kirchturm, seither aus Holz, wird massiv aufgebaut.

    1888: Der Friedhof bei der früheren Peterskirche wird aufgegeben und am jetzigen Platz durch die bürgerliche Gemeinde eröffnet.

    1892: Während ein Teil des Hochaltars an die Stuttgarter Staatsgalerie abgegeben wird, kauft die Katholische Kirchengemeinde Untergröningen geschnitzte Figuren um 1500 Mark. Der Erlös wird zum Umbau der Kirche verwendet. Eine neue Glocke wird angeschafft.

    1898: Eine neue Turmuhr wird angeschafft. In der Kirchenausscheidungsakte wurde die Kostenteilung mit der bürgerlichen Gemeinde geregelt.

    1944: Laufen wird unständige Pfarrei.

    1969: Der Umbau von Kirche mit Turm.

    1970: Peterskirchenareal wird veräußert und ein Platz für ein Gemeindehaus gesichert.

    1972: Laufen wird wieder ständige Pfarrei.

    1980: Das Gemeindezentrum mit kirchlichen Räumen wird gebaut.

    1987: Das 500-jährige Jubiläum der Heerbergskirche wird mit der Anwesenheit des Herrn Landesbischofs D. Hans von Keler, der die Festpredigt hält, gefeiert.

    1991/92: Sanierung des Chorraumes.

    1997/98: Sanierung des Westgiebels.

    1999: Sanierung des Kirchturmes.

    2002: Bau einer neuen Kirchenorgel durch Orgelbaumeister Reinhart Tzschöckel (Einweihung am 28.04.2002).